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Lektion 9: Ich sehe nichts, wie es jetzt ist

  • Autorenbild: Francine Ackermann
    Francine Ackermann
  • 9. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Dieser Leitgedanke ergibt sich klar aus den beiden vorhergehenden. Du kannst ihn vielleicht gedanklich akzeptieren, doch wahrscheinlich hat er für dich noch keine wirkliche Bedeutung. Das ist in Ordnung. Verstehen ist an diesem Punkt nicht notwendig. Im Gegenteil: Zu erkennen, dass du nicht verstehst, ist eine Voraussetzung dafür, falsche Vorstellungen aufzugeben. Diese Übungen dienen der Praxis, nicht dem Verstehen. Du brauchst nicht zu üben, was du bereits verstehst. Es wäre widersprüchlich, Verstehen erreichen zu wollen und gleichzeitig anzunehmen, dass du es schon hast.


Für einen ungeschulten Geist ist es schwer zu glauben, dass das, was er scheinbar klar vor sich sieht, nicht wirklich da ist. Dieser Gedanke kann beunruhigend sein und Widerstand auslösen. Das ändert jedoch nichts daran, dass er angewendet werden soll. Mehr ist für diese Übung – wie für alle anderen – nicht erforderlich. Jeder kleine Schritt nimmt ein wenig von der Dunkelheit weg. Mit der Zeit wird Verständnis den Geist erhellen, soweit er von dem befreit wurde, was ihn verdunkelt.


Für diese Übungen genügen drei oder vier Übungszeiten am Tag. Sie bestehen darin, dass du dich umsiehst und den heutigen Gedanken auf alles anwendest, was du gerade siehst. Erinnere dich dabei daran, ihn ohne Unterschiede anzuwenden und nichts auszuschliessen. Zum Beispiel:


Ich sehe diese Schreibmaschine nicht, wie sie jetzt ist.

Ich sehe dieses Telefon nicht, wie es jetzt ist.

Ich sehe diesen Arm nicht, wie er jetzt ist.


Beginne mit den Dingen, die dir am nächsten sind, und erweitere dann deinen Blick nach aussen:


Ich sehe jenen Kleiderständer nicht, wie er jetzt ist.

Ich sehe jene Tür nicht, wie sie jetzt ist.

Ich sehe jenes Gesicht nicht, wie es jetzt ist.


Es wird nochmals betont, dass du nicht versuchst, alles zu erfassen. Wichtig ist nur, dass du nichts bewusst ausschliesst. Achte ehrlich darauf. Du könntest versucht sein, dir darüber selbst hinwegzuhelfen.


https://lektionen.acim.org/de Hier findest du die offizielle deutsche Seite zum Kurs


Ein alltäglicher Raum mit vertrauten Gegenständen, die durch feine Überlagerungen vergangener Eindrücke geprägt erscheinen.
Das Wahrgenommene wird nicht so gesehen, wie es jetzt ist.

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