Lektion 28: Vor allem will ich die Dinge anders sehen
- Francine Ackermann
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Heute wenden wir den Leitgedanken von gestern ganz konkret an. In den Übungszeiten gehst du mehrere klare Verpflichtungen ein. Ob du sie später immer einhalten wirst, ist hier nicht wichtig. Wenn du jetzt wenigstens bereit bist, sie einzugehen, hast du den Weg begonnen. Und wir sind noch ganz am Anfang.
Vielleicht fragst du dich, warum es wichtig sein soll zu sagen: "Vor allem will ich diesen Tisch anders sehen." Für sich genommen ist das nicht wichtig. Aber was ist schon "für sich"? Und was bedeutet "an sich"? Du meinst, du siehst viele einzelne Dinge um dich herum – doch das heisst in Wahrheit: du siehst nicht. Entweder du siehst, oder du siehst nicht. Wenn du ein einziges Ding anders gesehen hast, wirst du alle Dinge anders sehen. Das Licht, das du in einem von ihnen sehen wirst, ist das gleiche Licht, das du in allen sehen wirst.
Wenn du sagst: "Vor allem will ich diesen Tisch anders sehen", dann verpflichtest du dich, deine festen Vorstellungen über den Tisch zurückzunehmen und deinen Geist zu öffnen für das, was er ist und wozu er dient. Du legst ihn nicht mit der Vergangenheit fest. Du fragst, was er ist, statt ihm zu sagen, was er ist. Du machst seine Bedeutung nicht abhängig von deiner kleinen Erfahrung mit Tischen und begrenzt seinen Zweck nicht auf deine persönlichen Gedanken.
Was du schon definiert hast, wirst du nicht mehr wirklich in Frage stellen. Doch der Zweck dieser Übungen ist, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Wenn du sagst: "Vor allem will ich diesen Tisch anders sehen", verpflichtest du dich dem Sehen. Diese Verpflichtung schliesst nichts aus. Sie gilt für den Tisch genauso wie für alles andere – nicht mehr und nicht weniger.
Du könntest tatsächlich durch diesen einen Tisch zur Schau gelangen, wenn du alle eigenen Vorstellungen zurücknimmst und ihn mit völlig offenem Geist ansiehst. Er hat dir etwas zu zeigen – etwas Schönes, Reines und von unendlichem Wert, voller Glück und Hoffnung. Unter all deinen Vorstellungen liegt sein wirklicher Sinn verborgen – ein Sinn, den er mit dem ganzen Universum teilt.
Wenn du den Tisch heute verwendest, bittest du damit eigentlich darum, den Sinn und Zweck des Universums zu sehen. Die gleiche Bitte richtest du an jeden Gegenstand, den du übst. Und du verpflichtest dich jedem Gegenstand gegenüber, dir seinen Sinn zu zeigen, statt ihm dein Urteil aufzudrücken.
Heute machen wir sechs Übungszeiten von je zwei Minuten. Zuerst sagst du den Leitgedanken, dann wendest du ihn auf alles an, was du siehst. Die Dinge sollen nicht nur zufällig gewählt werden. Du sollst ihnen auch mit gleicher Aufrichtigkeit begegnen und anerkennen, dass sie alle gleichwertig zu deinem Sehen beitragen.
Wie üblich nennst du den Gegenstand, auf den deine Augen fallen, und lässt den Blick darauf ruhen, während du sagst:
Vor allem will ich dieses ___ anders sehen.
Jede Anwendung soll langsam und so aufmerksam wie möglich geschehen. Es gibt keine Eile.
https://lektionen.acim.org/de Hier findest du die offizielle deutsche Seite zum Kurs





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