Lektion 16: Ich habe keine neutralen Gedanken
- Francine Ackermann
- 17. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Der heutige Leitgedanke ist ein erster Schritt, um die Überzeugung aufzulösen, dass Gedanken keine Wirkung haben. Alles, was du siehst, ist das Ergebnis deiner Gedanken. Davon gibt es keine Ausnahme. Gedanken sind nicht gross oder klein, stark oder schwach. Sie sind entweder wahr oder falsch. Wahre Gedanken bringen hervor, was ihnen entspricht. Falsche Gedanken bringen ebenfalls ihr eigenes Ergebnis hervor.
Die Vorstellung von "nichtigen Gedanken" widerspricht sich selbst. Was zur Wahrnehmung einer ganzen Welt führt, kann nicht bedeutungslos sein. Jeder Gedanke trägt entweder zur Wahrheit oder zur Illusion bei. Entweder dehnt er die Wahrheit aus, oder er vervielfacht Illusionen. Du kannst zwar das Nichts vervielfachen, aber dadurch wird es nicht wirklich.
Zur Erlösung gehört nicht nur die Einsicht, dass Gedanken niemals nichtig sind. Es gehört auch dazu zu erkennen, dass jeder Gedanke entweder Frieden oder Konflikt, entweder Liebe oder Angst hervorbringt. Ein neutrales Ergebnis ist nicht möglich, weil es keine neutralen Gedanken gibt. Die Versuchung ist gross, Gedanken der Angst als unwichtig oder harmlos abzutun. Darum ist es wichtig zu erkennen, dass sie alle gleichermassen zerstörerisch, aber auch gleichermassen unwirklich sind. Diesen Leitgedanken wirst du in vielen Formen üben, bevor er wirklich verstanden wird.
Wenn du den heutigen Leitgedanken übst, durchsuche deinen Geist etwa eine Minute lang mit geschlossenen Augen. Bemühe dich dabei bewusst, keinen Gedanken zu übersehen, auch keinen scheinbar kleinen. Das ist anfangs schwierig. Du wirst merken, dass du noch dazu neigst, künstliche Unterschiede zu machen. Jeder Gedanke, der auftaucht, eignet sich für die Übung, unabhängig davon, wie du ihn bewertest.
Wiederhole zuerst den Leitgedanken für dich. Dann halte jeden Gedanken, der auftaucht, kurz im Bewusstsein fest und sage:
Dieser Gedanke über ___ ist kein neutraler Gedanke.
Jener Gedanke über ___ ist kein neutraler Gedanke.
Verwende den Leitgedanken auch tagsüber, wenn dir ein Gedanke Unbehagen bereitet. Dazu kannst du sagen:
Dieser Gedanke über ___ ist kein neutraler Gedanke,
weil ich keine neutralen Gedanken habe.
Vier oder fünf Übungszeiten werden empfohlen, wenn sie sich leicht anfühlen. Wenn sie anstrengend werden, genügen drei. Verkürze auch die Dauer der Übung, wenn Unbehagen auftritt.
https://lektionen.acim.org/de Hier findest du die offizielle deutsche Seite zum Kurs





Kommentare