Lektion 13: Eine bedeutungslose Welt erzeugt Angst
- Francine Ackermann
- 13. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Der heutige Leitgedanke ist im Grunde der gleiche wie der vorherige, nur in einer anderen Form. Diesmal wird das Gefühl, das daraus entsteht, deutlicher benannt. Eine bedeutungslose Welt kann es eigentlich nicht geben. Nichts existiert ohne Bedeutung. Das heisst jedoch nicht, dass du nicht glauben kannst, etwas wahrzunehmen, das keine Bedeutung hat. Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass du genau das glaubst.
Das Erkennen von Bedeutungslosigkeit ruft bei allen, die sich als getrennt erleben, starke Angst hervor. Es entsteht eine Situation, in der Gott und das Ego darum zu kämpfen scheinen, wessen Bedeutung den leeren Raum füllen soll, den die Bedeutungslosigkeit freigibt. Das Ego stürzt sich hastig darauf, um dort seine eigenen Ideen unterzubringen. Es fürchtet, dass die Leere sonst seine eigene Machtlosigkeit und Unwirklichkeit sichtbar machen könnte. In diesem einen Punkt liegt es nicht falsch.
Darum ist es grundlegend wichtig, dass du lernst, Bedeutungslosigkeit wahrzunehmen und sie ohne Angst zuzulassen. Sobald Angst da ist, wirst du der Welt Eigenschaften zuschreiben, die sie nicht hat, und Bilder sehen, die nicht existieren. Für das Ego sind Illusionen eine Form von Sicherheit. Solange du dich mit dem Ego identifizierst, erscheinen sie auch für dich notwendig.
Die heutigen Übungen sollten etwa drei- bis viermal am Tag gemacht werden und jeweils nicht länger als ungefähr eine Minute dauern. Beginne mit geschlossenen Augen und wiederhole den heutigen Leitgedanken still für dich. Öffne dann die Augen und sieh dich langsam um, während du sagst:
Ich betrachte eine bedeutungslose Welt.
Wiederhole diesen Satz, während du dich umsiehst. Schliesse dann die Augen und beende die Übung mit den Worten:
Eine bedeutungslose Welt erzeugt Angst, weil ich denke, ich sei in Konkurrenz mit Gott.
Es kann dir schwerfallen, keinen Widerstand gegen diesen letzten Satz zu empfinden. Ganz gleich, welche Form dieser Widerstand annimmt, erinnere dich daran, dass die Angst im Kern die Furcht vor der vermeintlichen "Rache" eines "Feindes" ist. Es wird nicht von dir erwartet, dass du diese Aussage jetzt glaubst. Wahrscheinlich wirst du sie sogar als absurd empfinden. Beobachte jedoch aufmerksam jede offene oder versteckte Angst, die sie in dir auslöst.
Dies ist der erste Versuch, eine klare Ursache-Wirkung-Beziehung dieser Art darzustellen, für die dir noch die Erfahrung fehlt. Verweile nicht bei der abschliessenden Aussage. Denke ausserhalb der Übungszeiten nicht weiter darüber nach. Für den Moment reicht das aus.
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