Die Atemtechnik, die gemischte Gefühle auslöst

Ein Raunen und stöhnen geht durch den Raum, denn ich habe «Bastri» angekündigt. Eine Schülerin fragt, wozu diese Atmung denn gut sei.

 

Hier folgt der Erfahrungsbericht dieser Schülerin:

 

«Irgendeinmal stellte ich im Unterricht die Frage, wozu Bastri gut sei, da ich diese Atmung ganz und gar nicht liebe. Als Antwort bekam ich von Francine nur „erfahre es und berichte uns!“

 

Jedes Mal, wenn ich diese Atmung im Unterricht machen musste, sträubte sich alles in mir. War es die ungewohnte Schnelligkeit, durch die ich mich bedrängt fühlte oder die mir den Atem raubte und mich fast in Panik versetzte?

 

Überall im Leben, wo ich Widerstand fühle, geht es schlussendlich immer um ein eigenes Thema. Bastri liess mir also keine Ruhe und ich führte damit im Wald ein Experiment durch. Ich befand mich auf einem langen, geraden Weg. Nur ICH und der WEG.

Während ich auf diesem Weg ging, versuchte ich Bastri zu atmen und stellte fest, wie die Atmung das Tempo meines Gehens beeinflusste. Ich wurde nämlich immer schneller, kam in einen riesigen Stress, weil die Beine und der Kopf nicht mehr dasselbe wollten.

Nach unzähligen Versuchen gab ich erschöpft auf. 

Die Umgebung, die Bäume, die Luft und die Stille erlaubten mir nach einer Weile, die Atemübung neu anzugehen. Ich entschied, langsam und regelmässig zu gehen und mit der Zeit passte sich die Atmung meinen Schritten an und ohne es zu merken, konnte ich plötzlich problemlos 60 Zyklen in Bastri atmen, was zu einem reinigenden, harmonischen und zufriedenen Gefühl führte, das sich nicht nur in meiner Lunge ausbreitete. Heute ist Bastri eine meiner Lieblingsübungen.»

Zur Auflösung:

Bastri – der kleine Blasebalg des Goldschmieds – ist eine schnelle Atemtechnik und gehört zur Gruppe der Mudras (damit sind hier nicht die bekannten Fingerstellungen gemeint). Mudra deshalb, weil die Wirkungen auf rein geistiger und spiritueller Ebene einzuordnen sind.

 

Bastri:

  • stärkt das Herz
  • gleicht die Funktionen des Nervensystems aus
  • reduziert die Aktivität unserer Sinne
  • beruhigt unseren Geist
  • stärkt unsere Wahrnehmung
  • hilft uns bei der Konzentration

Mithilfe der schnellen Atemtechniken, wozu Bastri auch gehört, können wir uns rasch von unseren Aggressionen befreien, da wir mit Hitze auf «kleiner Stufe» kochen.

Hätte ich im Unterricht einfach die Wirkungen heruntergebetet, wäre dieser Schülerin der Genuss des eigenen er-fahrens genommen worden und sicherlich hätte sie nicht mit dem Fazit «heute ist es eine meiner Lieblingsübungen» enden können. Das Verinnerlichen würde ihr fehlen…